Urteile im Naziprozess Dortmund

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Allgemein / Antisemitismus / Dortmund
Angeklagte im Naziprozess Dortmund mit ihren Anwält*innen. Sie werden von einem Mensch mit Kamera gefilmt.

Nach etwas mehr als dreieinhalb Jahren und 15 Verhandlungstagen wurde am 30. Mai 2022 ein Urteil gegen zehn Nazis in Dortmund gesprochen. Sie hatten am 21. September 2018 auf einer Demonstration in Dortmund-Marten die antisemitische Parole „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit“ gebrüllt.

Im Einzelnen wurden fünf Angeklagte zu teils empfindlichen Geldstrafen verurteilt und fünf freigesprochen. Drei davon wegen Restzweifel und zwei aus sogenannten rechtlichen Gründen. Dennoch ein wichtiges Urteil und auch ein Signal an die jüdische Community in Deutschland. In einer Pressemitteilung von der Antidiskriminierungsberatungsstelle ADIRA heißt es: „Betroffene von antisemitischen Straftaten sehen bisher leider oft davon ab, eine Anzeige zu stellen, weil sie befürchten, dass die Täter am Ende keine rechtlichen Konsequenzen erfahren. Dass dies nun hier anders ist, kann das Vertrauen in das Rechtssystem stärken“.

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Filmreife Tötungsfantasie

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Allgemein / In eigener Sache / Querdenken
Das Amtsgericht von Castrop-Rauxel in der Aussenansicht.

Nach mehr als einem Jahr kam es zur Verhandlung gegen den Menschen, der mir auf übelste Weise seine Tötungsfantasien auf meine Mobilbox hinterließ. Leider ist die Geschichte damit noch nicht beendet. Kein Ende in Sicht.

Im Dezember 2020 erstatte ich Anzeige gegen den Anrufer. Zu meiner damaligen Erschrockenheit gesellt sich aktuell sowohl eine berechtigte Angst wie auch Fassungslosigkeit. Fassungslos, weil das, was ich vor Gericht erleben musste, mich ratlos zurücklässt. Für mich war der Verhandlungstag emotional aufgeladen. Dem Menschen gegenübertreten, der meine Tötung nicht nur in seinen Gedanken, sondern sie auch filmreif durchgespielt hatte. Ein schwerer Gang.

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Fiktiver Austausch mit einem Querdenkenden

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Allgemein
Menschen auf einer Querdenken-Demonstration mit einem Schild auf dem "Die Medizin ist schlimmer als die Krankheit" steht. Aus dem Jahr 2020.

Mich trieb seit einiger Zeit ein Gedanke um. Wie würde ein Austausch am Rande einer Demonstration von Querdenken wohl ablaufen. Also dann, wenn beide Seiten entspannt genug wären, ohne sich ständig anzugreifen. Unschwer zu erkennen, dass es nicht wirklich eine Unterhaltung geworden ist. Aber es sind einige Punkte zusammengekommen, die mir wichtig wären zu sagen. Ein Versuch, verbunden mit der Hoffnung, vielleicht doch etwas zu hinterlassen. Los gehts:

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